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"Entschuldigung, könnten Sie mir vielleicht zu einem Orgasmus verhelfen?" Wenn ein Mann eine Frau auf diese Weise anspricht, muss er nicht unbedingt eindeutige Absichten haben. Jedenfalls nicht jenseits des Cocktails, der diesen seltsamen Namen trägt. "Hey, hast du einen süßen Hintern!" Die Aussage mag zwar richtig sein, vielleicht sogar schmeicheln, aber eine besonders witzige Gesprächseröffnung ist sie nicht. Man könnte es auch ein bisschen neutraler angehen mit einem "Hallo, ich bin der Michael, ich bin 28 und würde dich gern kennen lernen. Hast du Lust auf was zu Trinken?" Zu fad? Wahrscheinlich. Das Problem des ersten Satzes ist, dass man keine Gemeinsamkeiten hat, auf die man sich vielleicht beziehen könnte. Die Frag "Kennen wir uns?" ist insofern nur der verzweifelte Versuch, vielleicht doch auf eine gemeinsame Ebene zurückzugreifen. Gern gehört wird sie trotzdem nicht. Der funktionierende Zauberspruch wurde bislang noch nicht gefunden. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, die Herzen fremder Frauen zu öffnen.
Was geht, haben wir an der härtesten Bagger-Front erfragt: An der Theke. Denn was die Herren da neben Bier bestellen, geht oft auf keinen Deckel. Mit den Kellnerinnen Tina, Sandy und Anita, alle im Alter zwischen 19 und 27, haben wir uns über die härtesten und erfolglosesten Sprüche in Bars unterhalten:
Werdet ihr oft angebaggert?
Tina: Man wird als Kellnerin in einer Bar natürlich öfter angebaggert, als wenn man privat irgendwo ist. Das liegt wohl daran, dass die Gäste, wenn sie etwas zu trinken möchten, sowieso mit mir reden müssen. Wahrscheinlich ist es dann einfacher, auch gleich einen Bagger-Spruch hinterher zu schicken, als jemand "Fremdes" anzugraben.
Sandy: Ich hab mal jemandem eine Cola gebracht und zu ihm gesagt, die würde zwei Euro kosten. Daraufhin hat er mich dann ganz blöde gefragt, wie viel ich denn kosten würde. Da hab ich ihm einfach gesagt, er soll an eine andere Theke gehen und sich seine Cola holen. Das war die blödeste Anmache, die ich je erlebt habe.
Gab es denn auch mal besonders originelle Anmachen, über die ihr euch gefreut habt?
Anita: Schon, aber eigentlich möchte ich die Arbeit vom Privaten trennen. Deshalb gehe ich auch selten auf die Anmache der Jungs ein. Mir ist aber mal etwas Lustiges passiert, worüber ich auch heute noch lachen kann. Ein Typ hat bei mir einen Orgasmus bestellt, was ja eigentlich ein Cocktail ist. Allerdings hatte ich das nicht sofort verstanden und musste erst mal lachen. Ihm war die Situation aber ziemlich peinlich. Und angraben wollte er mich ja eigentlich auch nicht.
Sandy: Ich habe mal von einem Typ einen Bierdeckel in die Hand gedrückt bekommen, wo drauf stand: "Wäre es unverschämt nach deiner Telefonnummer zu fragen?" Das fand ich irgendwie süß. Wir haben uns dann auch ein paar Mal verabredet, aber es ist nichts draus geworden.
Tina: Also bei mir ist das eigentlich nie so aufregend. Die meisten Jungs sind so unkreativ und fragen nach einer Cola und meiner Telefonnummer. Der Standardspruch schlechthin! Ganz nett fand ich einen Typ, der mir seine E-Mail Adresse gegeben hat. Das war mal was anderes und man war nicht gezwungen, anzurufen. Mit ihm maile ich auch noch heute. Allerdings war er vom Aussehen her nicht ganz mein Typ.
Sandy: Letzte Woche hat jemand ein Zipfer bestellt und weil er die rechte Hand verbunden hatte, habe ich es ihm aufgemacht. Und er meinte dann ganz kess: "Du hast vergessen, mir deine Telefonnummer zu geben!" Worauf ich meinte, er solle doch einfach wieder kommen. Ein paar Tage später war er dann noch einmal in der Kneipe, allerdings mit seinem Freund, der mir von ihm einen Bierdeckel gab, auf dem stand: "Dein Traumtyp ist ganz in der Nähe!" Dass er nicht so schnell aufgegeben hat, fand ich doch irgendwie ziemlich gut.
Wird man denn im Fasching besonders angebaggert?
Anita: Im Fasching sind die Leute einfach ungehemmter und das ist dann das Schlimme. Da kommen dann auch schon mal Sprüche, die unter die Gürtellinie gehen. Jemand hat zum Beispiel drei Bier und einen Gefallen bestellt. Der Gefallen war dann, dass ich mein T-Shirt hochziehen sollte. Das fand ich echt hart.
Sandy: Das Blödeste, was ich im Fasching gehört habe, war, als mich ein Typ gefragt hat, ob ich seine Telefonnummer haben wolle oder ob er lieber direkt vorbeikommen solle. So ein Ekel!
Habt ihr denn einen Spruch, mit dem ihr Jungs anbaggern würdet?
Tina: Ne, eigentlich nicht! (lacht)
Anita: Also so eine Anmache die immer zieht, gibt es einfach nicht.
Tina: Wenn keine Sympathie da ist, zieht der beste Spruch auch nicht.
Habt ihr denn schon mal erlebt, wie jemand richtig bedrängt wurde von einer Anmache?
Sandy: Ja, es gibt da bei uns einen Typ, der alles anbaggert, was in der Bar rumläuft. Entweder hält er dir die kalten Flaschen an den Bauch oder versucht dich sonst irgendwie zu berühren. Aber ich wehre mich auch immer ordentlich gegen solche Anmachen.
Anita: Oft starren die Typen einem auch auf die Brust und raten dann die Körbchengröße. Das ist dann auch nicht mehr lustig, wenn dich einer ganz blöde fragt: "75 B?"
Und wie geht ihr mit solchen Sprüchen um?
Anita: Meist reicht es, die Leute freundlich zurück zu weisen. Aber wenn es so richtige Macho-Sprüche sind, dann ignoriere ich sie völlig und bediene einfach die Leute neben ihnen.
Tina: Wir haben aber für die härteren Fälle auch Sicherheitskräfte, die das dann für uns regeln. Das ist einfach nicht unsere Aufgabe.
[Klicks/Mai.: 60]
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"Verkehrtheit", fast immer bezogen auf Fehlentwicklungen der menschlichen Se... |
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